Aktuelles

10 Jahre BLEIB in Hessen II – 10 Jahre Einsatz für eine tolerante und offene Gesellschaft

„Nach 10 Jahren Beratungsarbeit für geflüchtete Menschen erscheint es uns in der heutigen Zeit dringender denn je, mit Beispielen einer gelungenen Integration und gesellschaftlichen Teilhabe von Geflüchteten zu zeigen, dass sich der Einsatz für eine tolerante und offene Gesellschaft lohnt“. Mit diesen Worten eröffnete Lydia Koblofsky, Koordinatorin des Netzwerks BLEIB in Hessen II die Jubiläumsveranstaltung. Das Ziel sei, vor Augen zu führen wie und dass (Arbeitsmarkt-)Integration gelingen kann. „Und dabei zählt für uns immer der Mensch mit seiner ganz individuellen Geschichte“, so die Koordinatorin. Der Mittelhessische Bildungsverband e.V. als Träger des Netzwerkes hatte zum Jubiläum Vertreter/innen aus Flüchtlingsinitiativen, Kooperationspartner/innen wie KreisJobCenter und Arbeitsagentur Marburg-Biedenkopf, Berater und Geschäftsleitende aus dem Netzwerk aus ganz Hessen, sowie überregionale Verbände wie den PARITÄTISCHEN Hessen eingeladen.

Einen überzeugenden Einblick in eine gelungene Integration gab Ramish-Said Mohammad aus Afghanistan. Der sympathische 25-Jährige erzählt, dass er als Ratsuchender in die BLEIB-Beratung bei startHAUS Offenbach kam. Ohne Deutschkenntnisse arbeitete er sich zu einem Sprachniveau von C 1 hoch. Viele Monate habe er mit Hilfe der BLEIB-Beraterin Jana Borusko eine Arbeit gesucht – lange ohne Erfolg. Er schrieb über 100 Bewerbungen und bekam immer wieder Absagen. Schließlich unterstützte er das BLEIB-Netzwerk bei Übersetzungsarbeiten in seine Muttersprache Farsi, weil er die Zeit nutzen und etwas zurückgeben wollte. Heute, erzählt er stolz, mache er eine Ausbildung zum Elektroniker für Geräte und Systeme in einem Unternehmen zur Herstellung optischer Messtechnik. Er fühle sich dort sehr wohl und von Kolleg/innen und Vorsitzenden angenommen. Mit einem Sprichwort aus seiner Heimat resümiert er: „Heute ist es schwer, morgen noch schwerer, aber übermorgen ist dein Tag. Es gibt immer eine Lösung“. Für ihn sei es wichtig, dass Hilfe und Unterstützung von Herzen komme und bedankt sich damit bei „BLEIB in Hessen II“. Ramish ist einer von über 6.000 Ratsuchenden, die seit 2008 im Netzwerk auf dem Weg in den Arbeitsmarkt beraten wurde.
Eine individuell passende Arbeit zu haben, trägt entscheidend dazu bei, wie sich Flüchtlinge in die Gesellschaft einfügen können. Allerdings hat sich die Rolle von Arbeit für die Bleibeperspektive in den letzten zehn Jahren sehr geändert. Timmo Scherenberg, Geschäftsführer des Hessischen Flüchtlingsrats in Frankfurt zeichnete das Hin und Her der Rechtslage der vergangenen 10 Jahre nach.

Zur Zeit der Gründung des Netzwerks 2008, damals unter dem Namen „BLEIB in Mittelhessen“, lebten über 100.000 geflüchtete Menschen über viele Jahre mit Duldung und absolutem Arbeitsverbot in Deutschland. Damals ging es v.a. darum, rechtliche Hindernisse bei der Arbeitsaufnahme zu überwinden, schließlich war in den ersten 12 Monaten des Aufenthalts in Deutschland das Arbeiten komplett verboten und danach immer nur nach erfolgter Vorrangprüfung möglich, so Scherenberg. „Für Geduldete war eine Lebensplanung schier unmöglich, der Alltag war für diese Menschen überaus schwierig, da sie keinen Zugang zu staatlichen Integrationsleistungen wie Sprachkursen oder Weiterbildungen hatten. Mit den Bleiberechtsnetzwerken wurde erstmals auch eine Unterstützungsstruktur für diese Menschen flächendeckend eingeführt. “

Jetzt, zehn Jahre später, würden Arbeit und Qualifizierung als die zentralen Aspekte der Integration von Flüchtlingen überhaupt gesehen, sagt der Experte und macht hierfür auch die langjährige politische Arbeit von „BLEIB in Hessen II“ verantwortlich.
„Unsere Verbündeten bei der Beratung zur Arbeitsmarktintegration sind heute der Fachkräftemangel und die Wirtschaft, die Flüchtlinge erfolgreich aufgenommen hat. Demgegenüber stehen der Druck durch massive Rechtsverschärfungen in den letzten Jahren und der Rechtspopulismus“, so Scherenberg. Wie sieht die Zukunft für die Integration von Geflüchteten aus? „Natürlich wäre es wünschenswert, wenn unser Netzwerk überflüssig würde, Arbeitsmarktzugänge einfacher wären und sich die Politik für Bleibemöglichkeiten statt für Abschottung und Abschiebungen einsetzen würde. Aber die aktuelle Situation zeigt, dass unsere Arbeit im Sinne der Integration und Aufenthaltssicherung weiterhin wichtig bleiben wird“ so die Koordinatorin Merle Drusenbaum vom Mittelhessischer Bildungsverband e.V.

Marburg und Schwalm: Geflüchtete Frauen brauchen besondere Ansprache

26. Oktober 2018. Viele Integrationsprogramme für Geflüchtete werden noch zu wenig von geflüchteten Frauen genutzt, so eine aktuelle OECD-Studie. Danach brauchen Frauen mit Fluchthintergrund in Deutschland länger als in anderen europäischen Staaten, um auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Anlass für den Mittelhessischen Bildungsverband e.V., im Rahmen eines Fachgespräches von BLEIB in Hessen II mit den Geschäftsleitenden der Netzwerkpartner dieses Thema aufzugreifen. Die Fachleute sagen einhellig: es braucht eine besondere Ansprache der Frauen.

Gemeinsam mit der Expertin von beramí e.V. Corinna Zahrt-Omar, die in Frankfurt das Projekt ComIn women betreut, werden Hürden und erfolgreiche Wege diskutiert. So ist es wichtig, Vertrauen zu den Frauen zu gewinnen, zum Beispiel durch gemeinsame Aktivitäten wie kochen oder gemeinsames gestalten. Auch das Andocken an andere bereits bestehende Angebote für geflüchtete Frauen kann den Zugang erleichtern. So können grundlegende Informationen zum Arbeitsmarkt leichter vermittelt werden.

Die BLEIB-Beratung in der Schwalm praktiziert in genau dieser Form mit gutem Erfolg. Die BLEIB-Beraterin bei Arbeit und Bildung e.V. in der Schwalm Sabine Feisel arbeitet die Hälfte ihrer Arbeitszeit bei BLEIB in Hessen II. Mit der anderen Hälfte ist sie im Projekt „WIR Flüchtlingsfrauen in der Schwalm“ tätig, das durch Landesmittel gefördert wird. Hier treffen sich zwölf geflüchtete Frauen vier Mal die Woche, um zusammen zu nähen, zu basteln und zu kochen. Die Beraterin lernt die Situationen der Frauen kennen und lädt sie dann, wenn eine berufliche Beratung erforderlich bzw. gewünscht ist, zu einer BLEIB-Beratung ein. „Es ist häufig eine große Hürde für die Frauen, aus Eigeninitiative in eine Beratung oder ein Angebot zu kommen“, sagt die Expertin Zahrt-Omar. In der Schwalm gibt es hier eine Lösung: Die Frauen werden vom Partnerprojekt zu den Treffen von zu Hause abgeholt und am Nachmittag wieder zurück gefahren. Auf diese Weise kommen in der Schwalm 40% Frauen mit Fluchtgeschichte in die BLEIB-Beratung.

BLEIB-Fachgespräche werden regelmäßig durchgeführt, um mit Unterstützung von Expert/innen zentrale Themen zur Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten zu diskutieren und im Netzwerk voranzutreiben.

Praxis-Workshops für Unternehmer/innen und Personalverantwortliche

30. August 2018. Sie als Führungskraft und Personalverantwortliche haben mehr und mehr mit kultureller Vielfalt im Betrieb zu tun und wissen nicht immer, wie Sie damit umgehen sollen?
Unser Partnerprojekt IQ Servicestelle „Vielfalt im Betrieb“ gibt Ihnen Hilfestellungen in diesen zwei Workshops:

  • Kulturelle Konflikte? – Kompetenzen für vielfältige Teams
    Marburg, 10. Oktober 2018 – 17:30 bis 20:30 Uhr
    Ernst-Giller-Straße 5, 35039 Marburg
    Anmeldung bitte bis zum 24. September 2018

    Das Ziel des Workshops ist es, Ihre eigene Wahrnehmung zu sensibilisieren, um Konflikte Ihrer vielfältiger werdenden Belegschaft frühzeitig zu erkennen und konstruktiv zu bearbeiten.
    Szenische Darstellung, fachliche Inputs und praktische Übungen vermitteln erstes Handwerkszeug.

  • Vielfaltsorientierte Personalgewinnung: Als Arbeitgeber attraktiv bleiben – Vielfalt schätzen und nutzen
    Marburg, 14. November 2018 – 17:30 bis 20:30 Uhr
    Ernst-Giller-Straße 5, 35039 Marburg
    Anmeldung bitte bis zum 31. Oktober 2018

    In diesem Workshop erfahren Sie, welche zusätzlichen Wege der Ansprache von Bewerberinnen und Bewerbern möglich sind, um einen breiten Bewerberpool anzusprechen und auch zielgerichtet Arbeits- und Fachkräfte mit Migrationshintergrund oder Geflüchtete zu erreichen. Die Gestaltung von Stellenanzeigen, Auswahlverfahren, das Image des Betriebs oder der Zugang zu Zielgruppen sind Fragestellungen, die an konkreten Beispielen im Workshop bearbeitet werden. Sowohl Herausforderungen (z. B. im Einstellungsprozess) als auch Vorteile und Chancen von Vielfalt werden im Workshop benannt.

Weitere Infos finden Sie hier

Marburg: Bawer Hussein wird Azubi bei der Sparkasse Marburg-Biedenkopf

28. Juni 2018. Der 21-jährige Syrer Bawer Hussein (Bildmitte) hat es geschafft. Mit einer Einstiegsqualifizierung (EQ) startete er vor einem Jahr bei der Sparkasse Marburg-Biedenkopf, ab August nun beginnt er die Ausbildung zum Bankkaufmann. Er ist einer von drei Geflüchteten, denen die Sparkasse eine Ausbildung ermöglicht. Zwei weitere sind für eine Einstiegsqualifizierung nach den Sommerferien vorgesehen. „Herr Hussein war von Anfang an sehr zielstrebig und kam mit der festen Vorstellung zu uns, dass er eine Bankausbildung machen möchte“ berichtet der BLEIB-Berater der Praxis GmbH in Marburg, Christoph Rettler (1. V. re.). Rettler und seine Kollegin Julia Becker (2. v. re.) klärten mit einer Kompetenzfeststellung, ob der junge Syrer für den Beruf geeignet ist. Auch bei der Anerkennung der Zeugnisse und schließlich bei der Bewerbung halfen ihm die BLEIB-Beratenden.

Personalleiterin Silvia Traute (1. v. li.) freut sich über die große Motivation mit der die geflüchteten Azubis arbeiten und lernen. „Wir haben großes Interesse an der Einstellung von Geflüchteten“, sagt sie. In einem eigenen Integrationsprojekt, richtete die Sparkasse im April schon zum zweiten Mal eine Woche Seminar für geflüchtete Bewerberinnen und Bewerber aus. Meike Stark von der Aus- und Fortbildungsabteilung der Sparkasse (2. v.li.) ergänzt: „Die Bankausbildung ist anspruchsvoll und es ist nicht einfach, geeignete Kandidaten zu finden. Daher ist eine Vorauswahl, wie es hier durch BLEIB in Hessen II möglich war, für uns sehr wertvoll.“

Gießen: UNTERNEHMERFORUM geflüchtete Menschen in Arbeit – Erfahrungsaustausch und Erkenntnisse für den Einstellungsprozess

22. März 2018. Das Beratungsnetzwerk „BLEIB in Hessen II“ und das „NETZWERK Unternehmen integrieren Flüchtlinge“ des Deutschen Industrie- und Handelskammertages e.V. (DIHK) luden Geschäftsführerende und Personalverantwortliche sowie zahlreiche Experten und Expertinnen in die Lück-Akademie nach Gießen ein.

Rund 40 Vertreter und Vertreterinnen von Unternehmen, darunter Maler- und Baubetriebe, technische Unternehmen, Zeitarbeitsfirmen, Einzelhandel, Verwaltungen und ein Geldinstitut, sprachen mit den Expert/innen von BLEIB in Hessen II und DIHK, dem IQ Netzwerk Hessen, IHK sowie Arbeitsagenturen und Jobcentern und Trägern weiterer Beratungs- und Unterstützungsangebote über ihre Erfahrungen mit geflüchteten Mitarbeiter/innen.

„Das Unternehmerforum bot die Möglichkeit für Betriebe, aus den Erfahrungen anderer Betriebe zu lernen und mit Hilfe von Expert/innen Lösungswege für einen erfolgreichen Einstellungsprozess zu finden“ erklärt Angelika Funk, Vorsitzende des Mittelhessischen Bildungsverbandes e.V. (MBV), dem Trägerverein des Beratungsnetzwerkes „BLEIB in Hessen II“.

Eine ausführliche Dokumentation der Veranstaltung finden Sie hier.

Hanau: Einblicke in die Ausbildungswerkstätten von Evonik

Februar 2018. Ausbilder des Unternehmens Evonik stellten 15 interessierten Geflüchteten aus Syrien, Iran, Türkei, Eritrea, Äthiopien und diversen europäischen Ländern unterschiedliche Ausbildungsmöglichkeiten des Betriebes vor. Sie präsentierten die Bereiche Metall, Elektro und Chemie und erklärten, was die jungen Mitarbeiter/innen in den verschiedenen Berufen lernen.

BLEIB-Berater Steffen Wenzel vom Internationalen Bund (IB) (2. v. re.) war dabei: “Ganz besonders interessiert zeigten sich die BLEIB-Teilnehmer Nareg (31) aus Syrien und Abdulrab (24) aus Afghanistan, die die Werksführung im Klassenverband ihres B2-Deutschkurses besuchten. Nareg (5. v. re.) stellte viele Fragen an die Ausbildungsleiterin Birgit Pfaff. Er hatte sich bereits letztes Jahr hier beworben und hofft nun auf eine positive Rückmeldung” berichtet der Berater. Nareg weiß bereits, dass bei Evonic nur der frühe Bewerber eine Chance auf einen Ausbildungsplatz im kommenden Jahr hat, denn die Bewerbungsfrist für 2019 startet bereits in vier Monaten.

„Wir möchten den Menschen vermitteln, wie unsere duale Ausbildung funktioniert. Es gibt sicherlich große Unterschiede zu den Ausbildungssystemen in ihren entsprechenden Herkunftsländern“, sagt Evonik Mitarbeiter Ante Botica, der sich als Sozialarbeiter um die Geflüchteten im Unternehmen kümmert.

Schwalm: Für Handwerksbetrieb Sprenger spielt der Migrationshintergrund keine Rolle – was zählt, ist der Mensch

Jens Sprenger ist Stuckateurmeister und Restaurator im Maler- und Lackiererhandwerk in Gilserberg. Der kleine Handwerksbetrieb in dritter Generation ist seit fast 70 Jahren im Raum Schwalmstadt aktiv. Seit August 2017 arbeitet Omar Lafta aus dem Irak mit im Team. Sprenger stellte den jungen Iraker im Rahmen einer Einstiegsqualifizierung (EQ) als Maler und Lackierer ein. Omar wurde von „BLEIB in Hessen II“ beraten und begleitet. Unterstützung bei der Mitarbeitersuche und Einstellung von Omar bekam Jens Sprenger von der „Servicestelle Vielfalt im Betrieb“ des IQ Netzwerks Hessen.

Wie viele Handwerksbetriebe fand auch Jens Sprenger keine Bewerber/innen für seinen Betrieb. Da war er froh, dass er Hilfe bei der Bewerbersuche bekam. Der 28-jährige Iraker konnte mit Hilfe der BLEIB-Beratung von Arbeit und Bildung e.V. diverse Berufsfelderprobungen durchführen. Er versuchte sich im Garten- und Landschaftsbau, in der Pflege, als Friseur und als Maler und bekam begleitenden Deutschunterricht. Im Rahmen einer Kompetenzanalyse wurden seine sprachlichen, mathematischen, sozialen und handwerklichen Fähigkeiten geprüft. Ein gezieltes Matching zwischen Omar und Unternehmer Sprenger wurde durchgeführt. Schließlich wurde ein Praktikumsvertrag geschlossen, wo Omar mit seinen Fähigkeiten überzeugte. Seit August 2017 arbeitet er nun in einer Einstiegsqualifizierung als Maler und Lackierer.

Jens Sprenger: „Da unser Handwerksbetrieb schon viel Erfahrung mit Menschen mit Migrationshintergrund haben, spielt dieser bei uns keine Rolle, der Mensch als solcher muss zu uns passen. Wir sind zufrieden mit Omar und freuen uns, dass wir ihn im Team haben.“

Handreichung für BeraterInnnen: Grundlagen zur Beratung von Geflüchteten und ihre Vermittlung in Unternehmen

Die Einhaltung und Weiterentwicklung von Beratungsstandards ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal der Beratungsarbeit von BLEIB in Hessen II. BLEIB-Partner beramí berufliche Integration e.V. hat seine langjährige Expertise hinsichtlich der Beratung und Vermittlung von Geflüchteten in Unternehmen zusammengetragen und in der Handreichung für BeraterInnen veröffentlicht.

Die Handreiche soll zur weiteren Professionalisierung der Beratungspraxis beitragen und bietet Orientierung für den Beratungsprozess und Unterstützung bei der Ansprache von Unternehmen.

Sie steht allen Interessierten hier als download zur Verfügung.

Hanau: Junger Syrer schafft mit „BLEIB in Hessen II“ den Einstieg bei Heraeus

09.08.2017: Gemeinsam verhalfen das Beratungsnetzwerk „Bleib in Hessen II“ und der Technologiekonzern Heraeus dem Geflüchteten Abulraham Alabsi zum Berufseinstieg. Der 22-jährige Syrer nutzte das Angebot von „Bleib in Hessen II“ und überzeugte seinen neuen Arbeitgeber mit guten Leistungen. Zum 1. September startet er seine Einstiegsqualifizierung als Vorbereitung für die Ausbildung als Zerspanungsmechaniker.

Abulraham Alabsi hatte sein Abitur in Aleppo (Syrien) gemacht und sogar ein Studium im „Mechanical Engineering“ begonnen. In Hanau verhalf ihm BLEIB-Berater Steffen Wenzel, die Schritte, die notwendig waren auf dem Weg in den Arbeitsmarkt zu meistern. Er unterstützte ihn bei der Zeugnisanerkennung seines Schulabschlusses. Um seinen damaligen Minijob als Lagerist behalten zu können und gleichzeitig Deutsch zu lernen, organisierte ihm sein BLEIB-Berater einen Integrationskurs als Abendkurs beim Internationalen Bund (IB). Mit Blick auf eine mögliche Ausbildung bewarb sich der junge Mann erfolgreich für ein Praktikum bei Heraeus. Zur Vertiefung seiner Fähigkeiten u.a. in Mathematik stellte ihm der BLEIB-Berater Wenzel eine Expertin vom „Senior Expert Service“ (SES) zur Seite. Um schneller Deutsch zu lernen, verhalf ihm Wenzel zu einem Vollzeitintegrationskurs, der bis zum Start bei Heraeus beendet ist.

„Das Bildungssystem in meinem Heimatland ist gänzlich anders als das in Deutschland. Ich wusste nicht, welche Schritte notwendig sind, damit ich in einen technischen Beruf lernen kann. BLEIB hat mir auf meinem Weg sehr geholfen“, sagt Abdulraham Alabsi.
Heraeus war von den Leistungen des Praktikanten überzeugt. „Bleib in Hessen II leistet einen wichtigen Beitrag zur Integration von Flüchtlingen, indem es ihnen mit Sprachkursen und vielen weiteren Leistungen hilft. So konnte auch der Weg von Abdulraham Alabsi zu uns geebnet werden. Wir freuen uns, ihn für Heraeus gewonnen zu haben“, sagt Karin Saar, Leiterin der Ausbildung bei Heraeus.

Das weltweit führende Familienunternehmen Heraeus veranstaltet regelmäßig einen Informationstag, bei dem sich Geflüchtete über die unterschiedlichen Ausbildungsgänge informieren können. Aktuell absolvieren sechs Flüchtlinge in verschiedenen Berufen ihre Ausbildung bei Heraeus.

Mehr dazu in den Beiträgen von
Offenbach-Post/Region Hanau
Frankfurter Rundschau
oder
hr-Fernsehen

Schwalm: BLEIB beim Fest der Kulturen in Treysa

24.06.2017: Mit interkultureller Musik und Speisen feierten die Menschen in Treysa das Fest der Kulturen. „BLEIB in Hessen II“ war dabei. Nicht nur einheimische Besucher kamen an den Stand und informierten sich über die Beratungsarbeit, die Arbeit und Bildung e.V. in Treysa für Flüchtlinge durchführt. Auch Geflüchtete aus der Beratung kamen mit ihrer Familie vorbei und genossen die entspannte, sommerliche und freundliche Stimmung und das Flair um die alten Kirchenmauern.

Nicht nur über „BLEIB in Hessen II“ konnte man sich am Stand informieren, sondern auch über weitere Projekte, die Arbeit und Bildung e.V. in der Schwalm für Geflüchtete durchführt. Zum Beispiel Arbeitsgelegenheiten (AGH) im Bereich Garten- und Landschaftsbau und Gemüseanbau. Hier boten die Verantwortlichen eine Führung durch den nahe gelegenen Garten an. Aus einer weiteren AGH, einer Nähwerkstatt für Frauen, wurden umgenähte Kleidungsstücke am Stand ausgestellt, die man gegen eine Spende erwerben konnte.
Auch der Bürgermeister von Treysa, Stefan Pinhard, der die Arbeit vor Ort unterstützt, schaute am Stand vorbei und wünschte den Beteiligten weiterhin viel Erfolg (rechts im Bild).

Am 30. Mai ist Diversity-Tag: Wir sind dabei!

Am 5. Diversity-Tag der Charta der Vielfalt nehmen wir teil mit einer Mailing-Aktion: Am 30. Mai schreiben wir Unternehmen in den BLEIB-Regionen an, um sie auf die Potentiale von personeller Vielfalt im Betrieb aufmerksam zu machen.

Vorteil Vielfalt im Betrieb:
Diese und andere Argumente sprechen für Diversity im Unternehmen.

  • Innovation: Vielfalt zündet.
    Divers zusammengesetzte Teams entwickeln kreativere Ideen und Lösungen. Sie bringen unterschiedliche Sichtweisen ein, die oft schneller zu Ergebnissen und innovativen Produkten führen.
  • Personal: Vielfalt bindet.
    Unternehmen und Organisationen, die auf Vielfalt setzen, steigern ihre Attraktivität gegenüber Bewerber/-innen und Beschäftigten.
  • Kosten: Vielfalt spart.
    Diversity Management kann Kosten von Fehlzeiten und Fluktuation der Beschäftigten (Kündigungen, Rekrutierung und Neueinstellungen) minimieren, wenn sich Beschäftigte wertgeschätzt fühlen.
  • Marketing: Vielfalt zieht.
    Vielfältige Belegschaften können sich besser auf unterschiedliche Zielgruppen und ausländische Märkte einstellen. Jede/-r Kunde/-in braucht ein passendes Gegenüber.

Quelle: Factbook Diversity, Charta der Vielfalt, März 2017

Rund 80 % von 2.000 befragten Unternehmen in Deutschland, die in den vergangenen Monaten Flüchtlinge beschäftigt haben, sind zufrieden mit deren Leistungen. Das besagt die aktuelle Studie der OECD „Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen in Deutschland“ im März 2017. Die Herausforderung bleibt jedoch, so die OECD-Autor/innen, „die häufig etwas isolierten ersten Integrationsmaßnahmen in eine koordinierte längerfristige Strategie einzubinden“.Hier kann „BLEIB in Hessen II“ helfen, denn genau das ist es, was uns ausmacht: Wir beraten geflüchtete Menschen individuell und strategisch und vermitteln sie in bestehende Maßnahmen, Qualifikationen und Sprachkurse. So werden die Voraussetzungen für den Einstieg in den Arbeitsmarkt geschaffen.

Ansprechpartnerin für Unternehmen:

Tina Martinson
martinson@mittelhessischer-bildungsverband.de

Mehr Infos zum Diversity-Tag finden Sie hier

Offenbach: Flüchtlinge besuchen die Lackfabrik Alfred Clouth

16.05.2017. „Wir suchen Fachkräfte und wollen Flüchtlingen eine Chance geben“ sagt Stefan Stahlhut, Projektleiter seit 26 Jahren bei der Firma Alfred Clouth Lackfabrik GmbH & Co. KG in Offenbach. Bei einer Unternehmensbesichtigung führte er eine Gruppe von 14 Flüchtlingen aus der BLEIB-Beratung durch den Betrieb.

Die zwölf Männer und zwei Frauen vorwiegend aus Afghanistan und Äthiopien zeigten sich beeindruckt von der maschinellen Fabrikation von ca. 700 verschiedenen Produkten für die Bearbeitung von Holzoberflächen. Clouth ist ein europäisch agierendes Unternehmen und hat am Standort Offenbach 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Weitere Niederlassungen sind in Berlin, Polen und Südafrika.

„Es ist sehr spannend, die vielen Maschinen zu sehen. Zum ersten Mal sehe ich in Deutschland ein Unternehmen von innen. Ich hoffe, auf diese Weise einen für mich interessanten Beruf zu finden“ sagt Omid aus Afghanistan in gebrochenem englisch. Er hat in seinem Heimatland als Ladeninhaber gearbeitet. Auch andere Teilnehmende waren sehr interessiert. Allerdings wurde klargestellt, dass eine Ausbildung erst möglich ist, wenn ein Sprachniveau von B1 nachgewiesen werden kann. „Wir wollen Flüchtlinge integrieren, das heißt für uns aber zunächst, sie müssen so gut Deutsch sprechen, dass sie die Sicherheitsanweisungen und interne Besprechungen verstehen können“ so der Produktionsleiter. Für ein Praktikum oder einfache Hilfsjobs ist auch ein Sprachniveau von A2 möglich“.

Stefan Stahlhut hat bereits fünf Flüchtlinge im Unternehmen beschäftigt und hat gute Erfahrungen gemacht. Stahlhut engagiert sich privat in der Flüchtlingshilfe in seinem Heimatort Hainburg und ist überzeugt, dass Integration im Unternehmen vorangetrieben werden muss, „damit die Leute eine Zukunft haben und sie nicht ewig auf soziale Hilfen angewiesen sein müssen.“

Die BLEIB-Beraterin Jana Borusko von der startHAUS GmbH zog dieses Fazit: „Der Besuch bei der Firma Clouth war eine sehr gute Gelegenheit für die Teilnehmenden einen Einblick in die Arbeitsabläufe eines mittelständischen Betriebs zu bekommen. Viele unserer Teilnehmenden haben nur eine vage Vorstellung von Ihrer beruflichen Perspektive in Deutschland. Die Betriebsbesichtigung regte sie an, eigene Ideen und Wünsche zu entwickeln und die notwendigen Schritte dafür in Angriff zu nehmen.“ Die BLEIB-Beraterin wird sie hierbei weiterhin unterstützen. Die Besichtigung wurde möglich durch die Vermittlung der IHK-Offenbach.

Gießen: Geflüchtete und Migranten informierten sich über Bildungs- und Berufswege

26.04.2017. Bei der VHS Gießen konnten bei einer Infoveranstaltung ca. 150 Flüchtlinge und Migrant/innen über Bildungs- und Berufswege informiert werden, ob Studium, Praktika, Ausbildung, Minijob oder Festanstellung. Mehrere Akteure, die sich für die Beratung und Qualifizierung von Flüchtlingen engagieren, taten sich an diesem Tag zusammen, um ein umfassendes Angebot vorzubringen. Neben BLEIB in Hessen II waren dies KAUSA Servicestelle, IQ – Integration durch Qualifizierung, KFI (Kompetenzzentrum Flucht und Integration der Bundesagentur für Arbeit), Justus Liebig Universität Gießen (Studienberatung internationale Studierende) und die THM Gießen (Studienberatung internationale Studierende). Nach der Vorstellung der verschiedenen Bildungs- und Beratungsangebote verteilten sich die Akteure in einzelne Räume, wo Interessierte erste Gespräche führen und Termine ausmachen konnten.

Für die BLEIB-Beraterin Susana Holla war die Veranstaltung ein voller Erfolg: „Auch wenn es einige Verständigungsschwierigkeiten gab, waren die im Anschluss an die Präsentationen geführten Gespräche für die interessierten Zuhörer hilfreich. So konnte zum Beispiel unkompliziert geklärt werden, welche Anforderungen die Interessierten für den deutschen Arbeitsmarkt mitbringen sollten. Die Interessenten erhielten viele nützliche Informationen und einen guten Überblick über das Angebot von BLEIB in Hessen II.“

Frankfurt: BLEIB beim Integrationscamp der Wirtschaft 2017

28.04.2017. Das Integrationscamp der Wirtschaft, das die VhU (Vereinigung der Hessischen Unternehmerverbände) in Frankfurt veranstaltete, verfolgte das Ziel, Unternehmen mit Organisationen in Kontakt zu bringen, die sich mit der Integration von Flüchtlingen beschäftigen. Unsere BLEIB-Berater/innen aus Frankfurt, Offenbach und Hanau waren dabei.

„Ein Fünftel des Integrationsweges ist geschafft“ sagte Dr. Frank Martin, Leiter der Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit und Dirk Pollert Hauptgeschäftsführer der VhU in einer vorgeschalteten Pressekonferenz. Martin machte deutlich, dass bevor Geflüchtete überhaupt den hessischen Arbeitsmarkt erreichten, sie zunächst die Hürden der Einreise, des Asylverfahrens und der Integrations- und Sprachkurse überwinden müssten. Prozesse, die Zeit dauerten. Sie brauchen nicht nur Zeit, sondern insbesondere eine gute Vernetzung zwischen den einzelnen Akteuren der Flüchtlingsintegration und den Arbeitgebern. Das zumindest wurde sehr deutlich bei dem Austausch in den Themen-Sessions. Auch wenn es bereits gute Beispiele für gelungene berufliche Integration gibt, überwiegen bei zahlreichen Themen noch immer Unsicherheit und die Suche nach Lösungen und den/die richtige/n Ansprechpartner/in. Bei Fragen zum Beispiel darüber, den passenden Flüchtling für ein Unternehmen zu finden, darüber wer beim Behördenwust und rechtlichen Rahmenbedingungen der Beschäftigung unterstützt, über die Anforderungen von Unternehmen, besondere Bedarfe von Frauen und vieles mehr.

BLEIB-Beraterin Jana Borusko von StartHaus Offenbach über die Veranstaltung: „Das Integrationscamp war eine gute Gelegenheit sich über die Integrationswege von Geflüchteten auszutauschen. Ein intensiver Dialog mit unterschiedlichen Akteuren in der Flüchtlingsarbeit bot Anregungen für unsere Arbeit und Kontakte für die weitere Projektausgestaltung.“

„Für die unerlässliche Vernetzung im Frankfurter Raum, ist es sehr positiv über Veranstaltungen wie diese mit Vertreter/innen von Unternehmen, Hochschulen und Bildungsträgern, dem Arbeitsmarktbüro und dem Jobcenter im Austausch bleiben zu können, aber auch neue Ansprechpartner zu finden“ so das Fazit von Nicole Möhrmann, BLEIB-Beraterin Beramí Frankfurt.

„Der persönliche Kontakt mit Arbeitgebern war für mich als Berater besonders wichtig. Hier hatte ich einige interessante Gespräche. Es wurde immer wieder klar: die Grundvoraussetzung für die Einstellung von Flüchtlingen ist Sprache, Sprache, Sprache. Aufgefallen ist, dass von allen Seiten der Behördenwust beklagt wird“ so Steffen Wenzel BLEIB-Berater beim IB Hanau.
Auch wurde klar, dass bei vielen Themen die Berater/innen des Netzwerks BLEIB in Hessen II helfen können und für Unternehmer und Akteure der Flüchtlingsintegration Ansprechpartner sein will.

Mehr zum Integrationscamp der Wirtschaft unter: https://integrationscamp.wordpress.com/

Frankfurt: „Beramì, hfr und MBV auf der IQ-Fachtagung“

21.03.2017. Es war eine erfolgreiche Fachtagung, die das IQ-Netzwerk in Frankfurt veranstaltete zum Thema „Hauptsache Arbeit!? – berufliche Integration von Neueingewanderten in Hessen“. BLEIB in Hessen II war mit Infostand und 3 Teilprojekten vertreten. Unsere Koordinatorin Dr. Nkechi Madubuko hatte die Moderation. Beramí und der Hessische Flüchtlingsrat betreuten einen Stand auf dem Markt der Möglichkeiten und stellten der Fachöffentlichkeit unser BLEIB-Netzwerk vor. Der fachliche Austausch unter den 181 Teilnehmenden wurde durch Diskussionsforen zu verschiedenen Themen befördert, die auch für BLEIB wichtige Impulse gaben und die Netzwerkarbeit voranbrachten.

Kassel: „Together – internationaler Frauentreff bei BLEIB“

02.03.2017. Mit diesem Namen startete ein neues Angebot im Rahmen der BLEIB-Beratung in Kassel. Neriman Ün-Fashi hat 8 Frauen und ein Mädchen aus Afghanistan, Syrien, Irak und Pakistan für den neuen Frauentreff gewinnen können. Flüchtlingsfrauen haben wenig Möglichkeiten, sich allein in Kassel zu orientieren. Ziel des Frauentreffs ist es, in einer ungezwungenen und angenehmen Atmosphäre kulturelle Angebote in Stadt und Kreis Kassel kennenzulernen. Beim ersten Treffen wurde gemeinsam gekocht, um sich kennenzulernen. Angedacht sind z.B. Besuche bei Familienzentren sowie bei Angeboten für Kinder. Außerdem erhalten sie Informationen über Orientierungsangebote, Bewerbungsmöglichkeiten und zu Berufswünschen. Monatlich ein Mal werden sie sich nun treffen.

Das Angebot richtet sich an Frauen, die in Gemeinschaftsunterkünften in Stadt oder Kreis Kassel wohnen oder auch schon eine eigene Wohnung haben. Sie sollten etwas deutsch oder englisch sprechen können. Die Gruppe freut sich über weitere Interessentinnen.

Kontakt:
Neriman Ün-Fahsi
MBV-Kassel/BLEIB in Hessen
Neue Fahrt 11 | 34117 Kassel
Tel.: 0561 / 70349970
uen-fahsi@mittelhessischer-bildungsverband.de

Gießen: Großes Interesse für „BLEIB in Hessen II“ auf der Messe „Chance 2017“ am 29./30.1.2016

Das zweite Mal bot die Messe für Beruf und Karriere „Chance“ in Gießen eine Anlaufstelle speziell für Flüchtlinge am Gemeinschaftsstand „Willkommen in Hessen“ an. Hier war auch „BLEIB in Hessen II“ mit der Beraterin der ZAUG gGmbH, Susana Holla, vertreten. Zwischen 60 und 70 Interessierte mit vielfältigen Bedarfen informierten sich über das Beratungsangebot. Flüchtlinge z. Bsp. mit wenig Deutschkenntnissen und mit abgeschlossenem Studium auf der Suche nach einer Arbeit suchten Unterstützung. Andere wiederum brachten langjährige handwerkliche Berufserfahrung aus dem Heimatland mit, hatten aber keinen Schulabschluss.

Auch einige Schüler aus IntEA-Klassen fanden den Weg zum BLEIB-Stand. „Natürlich konnten wir keine schnellen Lösungen aus dem Hut zaubern, aber in der Beratung haben wir die Möglichkeit, individuell auf die Menschen einzugehen und zu schauen, was der beste Weg für sie ist“ berichtet Susana Holla. „Toll war, dass auch einige einheimische Schüler an unseren Stand kamen, weil sie Flüchtlinge kennen oder als Mitschüler haben. Sie nahmen Flyer mit, um ihnen unsere Beratung anzubieten“. Auch zahlreiche Betreuer oder andere Flüchtlingsinitiativen kamen an den Stand, um sich über unser Angebot zu informieren.

Die Stimmung auf der Messe und insbesondere am Gemeinschaftsstand war ausgesprochen gut. Neben „BLEIB in Hessen II“ reihten sich das Arbeitsmarktbüro der Agentur für Arbeit an, das Landesnetzwerk „Integration durch Qualifizierung (IQ)“, „Wirtschaft integriert“, Willkommenslotsen der Handwerkskammer Wiesbaden, die Technische Hochschule Mittelhessen und die Universität Gießen. In der Vielfalt der Angebote kann durch gute Netzwerkarbeit wertvolle Synergien geschaffen werden, die für alle von Vorteil sind, so unser Fazit.

Frankfurt/Main: Speed-Dating: Flüchtlinge Treffen auf Unternehmen

900 Flüchtlinge waren für die Zukunftsmesse am 7.12.2016 angemeldet, um auf über 50 Unternehmen zu treffen. Der Andrang war groß in den Sälen der IHK in Frankfurt. Zahlreiche Begleiter/innen waren gekommen, um Geflüchtete bei der Kontaktaufnahme mit den Betrieben zu unterstützen. So auch Nicole Möhrmann, BLEIB-Beraterin bei beramí. Sie hatte viel zu tun, aus ihrer Beratung waren acht Geflüchtete gekommen. „Zum Beispiel Mehran Farsi. Er hat im Iran eine Ausbildung und berufsbegleitend auch ein Studium im Bereich “Druck” durchlaufen. Er ist eine Fachkraft mit viel Berufserfahrung und hat mit den gängigen, auch hier im Einsatz befindlichen Maschinen gearbeitet. Mehran Farsi stellte sich auf der Messe bei zahlreichen Unternehmen vor, wie z.B. bei Hotel- und Gastronomiebetrieben, Metallverarbeitungsbetrieben und bei Zeitarbeitsagenturen. Mit einem Sprachniveau von B2 und einer selbstbewussten Ausstrahlung kam er in den Gesprächen gut an. Andere wiederum, so die Beraterin Nicole Möhrmann, waren wegen ihrer geringeren Deutschkenntnisse zurückhaltend und unsicher. „Man hat gemerkt, dass auch die Unternehmen bei geringeren Deutschkenntnissen zurückhaltender waren. Hier ist eine Begleitung wichtig, denn auch diese Menschen haben Qualifikationen zu bieten“ so die Beraterin.

Der Projektleiter der Veranstaltung Burghard-Ulrich Koerlin von der IHK Frankfurt/Main bat noch vor Einlass der Besucher die ausstellenden Unternehmer dass sie die Bewerber/innen „nicht mit dem Kopf, sondern mit dem Herzen sehen sollten“, um sich von Defiziten wie z.B. mangelnden Sprachkenntnissen nicht irritieren zu lassen und vorhandenes Potential dadurch zu verkennen. In Anbetracht der freundlichen und offenen Stimmung an den Gesprächstischen und der sich dort stapelnden Bewerbungsmappen scheint das auch umgesetzt worden zu sein. Die Rückmeldungen der Unternehmen waren sehr positiv, so Koerlin am Nachmittag.

Auch Nicole Möhrmann war sehr zufrieden mit dem Messetag: „Es war ein wirklich guter Weg für Geflüchtete, praktische Erfahrungen zu sammeln und in direkten Kontakt mit Unternehmen zu kommen. Ein direktes und offenes Gespräch miteinander, auch wenn es kurz war, ist ein Anfang und konnte an diesem Tag sogar entscheidend sein“ sagt Nicole Möhrmann. Einer ihrer Kandidaten hatte bereits am nächsten Tag um 11 Uhr ein Vorstellungsgespräch bei einem Personaldienstleister.

Die Zukunftsmesse war ein Projekt der Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main, der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main, der Agentur für Arbeit Frankfurt, dem Jobcenter Frankfurt, der FRAP-Agentur gGmbH und Accenture Stiftung und in dieser Form bisher einmalig in Hessen.

Kassel: BLEIB-Berater engagiert sich bei Kampagne der Stadt Kassel

Omar Dergui sagt JA zur Einbürgerung und ist Teil einer Fotoausstellung „Eine/r von uns“. Die Stadt Kassel wirbt damit in einer Kampagne „Mein Kassel – mein Zuhause. JA zur Einbürgerung!“ für mehr Einbürgerung bei Menschen mit Migrationshintergrund, die seit mehr als 8 Jahren in Kassel leben und arbeiten. Die Initiative wird gefördert vom Land Hessen.

Omar Dergui ist einer von 12 Personen, die für diese Ausstellung portraitiert wurden. „Ich möchte das gesellschaftliche Leben in Kassel, in dem ich seit 18 Jahren lebe, mitgestalten. Deshalb habe ich mich einbürgern lassen und möchte auch andere Menschen dazu ermutigen“ sagt er und zeigt stolz sein Portrait auf der Ausstellung. Zusammen mit Neriman Ün-Fashi ist er in der BLEIB-Beratungsstelle des Mittelhessischen Bildungsverbandes e.V. in Kassel tätig und berät hier Flüchtlinge auf dem Weg in den Arbeitsmarkt. Die Ausstellung ist im Rathaus Kassel noch bis zum 31. Oktober 2016 zu sehen.

Marburg: BLEIB in Hessen II beim Tag der kulturellen Vielfalt

Am 03.10.2016 wurde in Marburg der Tag der kulturellen Vielfalt gefeiert. „BLEIB in Hessen II“ erreichte an ihrem Infostand viel Aufmerksamkeit. Vor allem die Möglichkeit, einen Test zur Einbürgerung zu machen, kam bei den Menschen gut an. Der Test des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) ist notwendig für Migranten und Flüchtlinge, um in Deutschland eingebürgert zu werden.

Zahlreiche Menschen tummelten sich um den Infostand, um festzustellen, ob sie denn in der Lage sind, die Fragen zu beantworten. Von 33 Fragen zu Themen wie „Leben in der Demokratie“, „Geschichte und Verantwortung“ sowie „Menschen und Gesellschaft“ mussten 17 richtig beantwortet werden, um die Einbürgerung zu bekommen. Lediglich drei von 40 Testteilnehmer/innen (die meisten davon waren Einheimische) konnten alle Fragen korrekt beantworten. Für eine Beratung von Flüchtlingen auf dem Weg in den Arbeitsmarkt standen die Experten der Praxis GmbH natürlich auch am Stand zur Verfügung.